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BI Chattengau aktiv dabei: DEMO am 31.10.2020 in Kassel

Zahlen des Grauens: 60 Millionen Schweine werden jedes Jahr in Deutschland geschlachtet, eine erhebliche Anzahl davon für den Export. 500.000 von ihnen wachen im heißen Brühbad wieder auf, weil sie vorher nicht ordnungsgemäß getötet wurden (Töten im Akkord). 13 Millionen der Tiere landen im Abfall, überleben die qualvolle Mast nicht mal bis zum Schlachthof.

Grund genug, im Rahmen der europäischen Aktionswochen GoodFoodGoodFarming in Nordhessen ein Zeichen zu setzen. Die Fördermittel der EU fließen zum Großteil in die falschen Taschen. Eine klare Forderung: Es darf zukünftig nicht vor allem die Fläche gefördert werden, sondern es müssen gesellschaftlich gewünschte Leistungen honoriert werden wie Natur-, Klima- und Artenschutz und eine artgerechte Tierhaltung.

Die BI Chattengau ist im Planungsteam der Demo aktiv dabei. Weitere Infos zur Veranstaltung auf der AGA Webseite.

Die Schweinepest und das System Fleisch

Die deutsche Fleischindustrie steuert auf ihre nächste Krise zu. Die Afrikanische Schweinepest wurde bei einem verendeten Wildschwein in Brandenburg nahe der polnischen Grenze nachgewiesen. Und während Bauernpräsident Rukwied bereits im Klagemodus („staatliche Hilfen“) ist und gleichzeitig fordert, dass Wildschweine am besten komplett abgeschossen werden, hinterfragt u.a. der Deutsche Tierschutzbund das System Fleisch.

Auf ihrer Webseite kritisiert der Tierschutzbund die verstärkte Jagd auf Wildschweine scharf und stellt fest: „Kern des Problems sind nicht die Wildschweine. Die Hauptursachen für die Ausbreitung der Seuche ist der Mensch als Überträger, die transportbedingte Krankheitsverbreitung und die industrielle Schweinezucht. Wo Tausende Schweine in riesigen Hallen zusammengepfercht werden, können sich Krankheiten schnell ausbreiten. Auf diesen Hauptursachen sollte der Fokus aller Maßnahmen liegen – und nicht auf Massen-Abschuss.“ https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/afrikanische-schweinepest/

Wir sind also wieder mal beim System. Und ganz gleich, ob es zum Anlieferungsstau kommt bei Tönnies, weil Schlachthöfe sich zu Corona-Hotspots entwickelten oder jetzt Importverbote drohen: Warum fördert der Bauernverband und die von ihm dominierte Agrarpolitik weiterhin die Überproduktion von Fleisch?

Deutschland exportiert Fleisch, und zwar in erheblichem Maße. Seit dem Jahr 2000 wurde die Exportmenge um das Vierfache erhöht, es sind heute über 2,3 Millionen Tonnen Fleisch, die ins Ausland gehen, das ist etwa die Hälfte der gesamten deutschen Schlachtmenge.

Jeder Mediziner weiß: Die qualvolle Enge in den deutschen Massentierställen erhöht den Infektionsdruck. Die viel zu hohe Tierdichte in Deutschland verursacht zudem hohe Umwelt- und Klimaschäden.

Diese Zahlen zeigen leider auch, dass es mit dem Verzicht aufs Schnitzel noch nicht getan ist. Wir brauchen eine strukturelle Änderung des Systems Fleisch. Nun werden mit Sicherheit wieder die Erzeuger, z.B. auch die Schweinemastbetriebe in Nordhessen, nach vorne geschickt, um ihre existenziellen Probleme in die Öffentlichkeit zu tragen. Deren Sorgen sind zunächst nachvollziehbar, nur geht es eben so nicht immer weiter. Wenn in Deutschland doppelt so viel Schweinefleisch produziert wird wie im eigenen Land verbraucht wird, ist das eine klare Grenzüberschreitung.

Die Tiermäster stehen unter Druck. Den Reibach machen andere.

Überschritten wird auch die Grenze der wirtschaftlichen Vernunft. In einem relativ kleinen Land wie Deutschland mit begrenzten Flächen kann es nicht sein, dass mit industrieller Massentierhaltung auf Teufel komm raus der Weltmarkt bearbeitet wird. Das grenzüberschreitende System der Agrarindustrie, vom (latein-)amerikanischen Futtermittel bis zu den Absatzmärkten in Asien und Afrika ist schon im Ansatz falsch. Daran verdienen nur die Agrarindustrie, die multinationalen Nahrungsmittelkonzerne und die Finanzmärkte, die an der Warenterminbörse mit Lebensmitteln spekulieren.

Die Tiere leiden unerträglich, das industrielle Essen macht die Menschen krank. Und was macht die Verbraucherschutzministerin? Frau Klöckner tauscht sich fröhlich mit Nestle & Co. aus, ist stolz auf ihre „Erfolge“ für gesündere Lebensmittel dank freiwilliger Selbstverpflichtung und zeigt nebenbei, wessen Interessen sie tatsächlich vertritt. Die heute-show hat es im Juni mit vielen Hintergrundinformationen sehr gut auf den Punkt gebracht.

„Bei Verbrauchern hat das Image von Fleisch als wertvollem Lebensmittel durch die Vorfälle [gemeint ist u.a. Tönnies] arg gelitten“, stellt die welt-online fest. Nett formuliert. Allerdings muss nochmals betont werden: Der Verbraucher ist wichtig, noch wichtiger jedoch sogar als Wähler. Denn letztlich entscheidet die Politik, was auf unsere Teller kommt. Und welche Grenzen im Namen des Profits anonymer Aktionäre überschritten werden und welche nicht.

Frau Klöckner und die industrielle Agrarlobby wälzen die gesamte Verantwortung gerne auf die Konsumenten ab. Diese Lüge wird gerne auf allen Ebenen verwendet – ein wunderbarer Vorwand, nichts zu tun. Deshalb ist Agrarpolitik auch von unten wichtig. Nicht allein mit emotionaler Empörung über Missstände, sondern gerade auch mit wirtschaftlichem und umweltpolitischem Sachverstand.

Protest gegen Hähnchmastanlage im Ringgau

Am 15. Juli  hat sie stattgefunden, die Anhörung zur Erweiterung der Hähnchenmastanlage in Grandenborn/Ringgau (Werra-Meißner Kreis). Vor zehn Jahren hat der Betreiber Herr S. eine Anlage für 39.900 Tiere errichtet, nun soll als „Zukunftsinvestition“ eine zweite – wie wir es nennen – Tierfabrik errichtet werden. Dann soll insgesamt 66.000 Hähnchen in gut 40 Tagen gemästet werden, das Schlachtgewicht dürfte bei 2,2 bis 2,5 kg liegen. Tiere mit insgesamt 35 kg Schlachtgewicht sollen auf einem Quadratmeter „wohlfühlen“. Es ist tatsächlich so: da der Gesetzgeber 39 kg Schlachtgewicht/m² erlaubt, sprechen die Geflügelmäster bei einem freiwilligen Zusatraum von gut 10 % von Tierwohl …

Ärgerlicherweise wurde die Anhörung im Regierungspräsidium Bad Hersfeld auf drei Termine gelegt. Der Saal war korrekt und sinnvoll nach den Hygieneregeln ausgestattet (Abstand, Plexiglastrennscheiben), ärgerlich war zudem, dass trotz ausreichender Plätze außer den Einwendern nicht auch einzelne Zuhörer und Beobachter zugelassen wurden.

Mit einem neuen Transparent und teilweise verkleidet: MitgliederInnen der BI Chattengau vor dem Gebäude des RP Kassel in Bad Hersfeld am 15.7.2020.

Vor dem Termin fand eine Mahnwache mit mehr als einem Dutzend Leuten statt – eine ordentliche Zahl für einen Mittwochmittag. Ein deutliches Zeichen für unsere Positionen! Denn in Zeiten, wo auch der letzte mitbekommen haben muss, wie es in den Großschlachthöfen zugeht, die genau wie die Massentierhaltung zum System Fleisch gehören, kann so eine Hähnchenmastanlage keine „Zukunftsinvestition“ sein!

Herr S., in der Anhörung direkt darauf angesprochen, ob er nicht glaube, dass längst schon ein gesellschaftlicher Wandel im Gange sei und die Massentierhaltung kaum noch Zukunft habe, erwiderte, es sei Unternehmer. Sollte der Markt verlangen, dass er ein Viertel der Tiere auf dem gleichen Raum halte, werde er das tun. Das klingt zunächst einmal nachvollziehbar. Dennoch: es erinnert auch ein wenig an eine Entwicklungsabteilung der Industrie, die sagt, sie stelle erstmal 500 PS-Verbrenner her, und wenn der Markt günstige Kleinwagen verlange, werde man auch die – irgendwann – liefern.

Der Markt alleine sollte lieber nicht herhalten – das ist zu bequem. Es gibt auch viele Landwirte, die nach Alternativen suchen und diese auch finden. Dabei alle Last auf den Verbraucher zu schieben, ist unredlich. Es gibt zu viele Akteure, manchmal haben sie sogar einen Namen. Herr Tönnies steht für Gier und Menschenverachtung an der Spitze, aber auch Herr Schneeweiß (Geschäftsführer Edeka Hessenring in Melsungen) sollte nicht unerwähnt bleiben: auch in der aktuellen „Schweine-Krise“ ist sein erstes öffentliches Statement, Edeka kaufe dort Fleisch, wo der „beste Preis“ zu erzielen sei.

Dem Investor im Ringgau sei gesagt: Oft ist es schwer, eine einmal gemachte Entscheidung zu überdenken. Dabei hat ja der Tönnies-Skandal gezeigt, was Tierschützer schon seit Jahren kritisieren. Interessant, wie schnell sich auch die Politiker und Prominenten von diesem „erfolgreichen“ Unternehmer abwenden. Das sollte zu denken geben.

MitgliederInnen der BI Chattengau waren vor Ort mit einem Transparent dabei und nahmen teilweise auch an der Anhörung teil.

Fotos auf in unserer Fotogalerie.

Es ist mal wieder so weit …

Unsere BI wurde Ende 2013 gegründet. Anlass war der Geflügelschlachthof in Gudensberg, der von dem niederländischen Fleischkonzern Plukon Food Group betrieben wird.

Von außen unauffällig – der Schlachthof in Gudensberg

Unsere Befürchtung damals: der Schlachthof, in dem jährlich über 36 Millionen Tiere getötet werden (!) wird dazu führen, dass immer mehr Massentierställe in Nordhessen entstehen.

Aktuell plant ein Nebenerwerbslandwirt die Errichtung einer Hähnchenmastanlage für 29.990 Tiere. Dagegen regt sich Widerstand in der Bevölkerung. Mit einer Mahnwache am Samstag, 25. Januar 2020 an dem geplanten Standort zwischen Gudensberg-Gleichen und Niedenstein-Kirchberg wurde ein erstes Zeichen gesetzt. 100 Menschen kamen und protestierten.

Als Rückblick der Aufruf zur Mahnwache, der hier als PDF gelesen und/oder heruntergeladen werden kann.

Fotos von der Mahnwache in unserer Fotogalerie.

Vom Nachbarn lernen…

Gudensberg-Dorla, Seigertshausen, Waldeck, Jesberg, überall schlucken Investoren die Köder, die der Geflügelgroßschlachthof Plukon auslegt. Die Gudensberger Niederlassung des niederländischen Konzern (Jahresumsatz ca. 1,4 Mrd. Euro) benötigt dringend Schlachttiere. Schon vor 3 Jahren überraschte der Geschäftsführer mit der Randbemerkung, man investiere gerne in Deutschland, da hier die Umweltauflagen nicht „so streng“ seien.

Agrarexperten sagen schon lange, dass Deutschland zur Schlachtbank Europas verkommen ist. Immer mehr wird für den Export produziert, deutsches Fleisch geht in 125 Länder weltweit. Die Belastung für Umwelt und Klima bleibt allerdings im Lande. Doch wen kümmerts? Jedenfalls nicht die Herren vom Deutschen Bauernverband mit ihrem willfährigen Sprachrohr Julia KLöckner (CDU, Bundeslandwirtschaftsministerin).

Zurück in unsere Region. Während hier in Nordhessen noch die traditionellen Hähnchenmastanlagen gebaut werden, bricht Plukon in Holland schon zu neuen Ufern auf. Plukon fordert dort von seinen Lieferanten: Tierwohl, Offenstall mit verschiedenen Klimazonen, keine Masthybriden* und sogar Bio. Und das Geschäft boomt. Man ist damit schon an der Produktionsgrenze.

Die Bauern hier in Nordhessen investieren offensichtlich in ein Auslaufmodell. Sogar der Großdiscounter Lidl hat jetzt, Anfang Februar 2018 (auch auf Druck der Öffentlichkeit) erklärt, dass er eine Kennzeichnung für die Herkunft von Fleisch einführen wird. Fällt dann den „Produzenten“ in Nordhessen nur noch die Billig-Produktion für den Export zu? Man reibt sich die Augen. Doch die Scheinargumente der agrarindustriellen Lobby kommen immer noch an bei vielen Menschen – gerade und leider auch in der Kommunalpolitik. Dass auch Kommunen sich wehren können, zeigt aktuell der Magistrat der Stadt Waldeck. Schade, dass die Gudensberger Kommunalpolitiker nicht den Mumm hatten…

*Masthybride sind Tiere, die speziell gezüchtet werden. Sie setzen extrem schnell Fleisch an und leiden oft daran: Ihr Knochenbau trägt nicht das hohe Körpergewicht, u.a. Athrose ist die Folge.

Foto auf Wikipedia

Mahnwache in Gudensberg-Dorla gegen neue Mastanlage

Am Samstag, dem 20. Mai protestierten 50 Tier- und UmweltschützerInnen vor einem Massentierstall in Gudensberg-Dorla. Hier soll eine zweite Mastanlage entstehen: 37.000 Hähnchen auf nur 1.900 m² Grundfläche. Damit dies nicht alles still und leise über die Bühne geht, sind wir mit BürgerInnen und Vertretern anderer BIs und Organisatoren aufmarschiert. Die Presse berichtet – u.a. die HNA online.

Weitere Fotos in unserer Galerie.

Mahnwache in Gudensberg-Dorla

Es ist ein Trauerspiel. Plukon wirbt und findet immer wieder Landwirte, die sich zu Lohnmästern machen lassen. Die Stadt Gudensberg ist dabei offensichtlich in der Zwickmühle, denn sie ist bekanntlich nicht ganz unbeteiligt an der Plukon-Story. Und so hat die Stadtverordnetenversammlung sich mehrheitlich (Ausnahme die Grünen und ein paar Enthaltungen) mal wieder den sogenannten Sachzwängen gebeugt und dem Bau einer Hähnchenmastanlage in Gudensberg-Dorla zugestimmt. Frei nach dem Motto: Da steht ja schon so ein Ding, dann fällt ein zweites gar nicht mehr so auf. Lageplan Stall Dorla-Anfahrt

Das sehen wir allerdings anders. Und rufen daher auf zu einer Mahnwache am Samstag, 20. Mai 2017 um 11 Uhr am bestehenden Stall. Anfahrt: Mit PKW von Gudensberg in Richtung Fritzlar auf der L 3150. Abzweig Richtung Dorla auf die K 80.

Bitte teilt unseren Aufruf auf Facebook und überall, wo Ihr sonst seid und kommt zahlreich. Wir wollen zumindest ein Zeichen setzen. Jeder Investor muss wissen: Solche Tierquäleinrichtungen lassen sich nicht still und heimlich ausmauscheln. Wer so einen Stall baut, weiß, was er tut. Und er macht sich moralisch schuldig. Auch wenn der Bauernverband das Gegenteil behauptet und Tiermäster gar noch zum Opfer machen will: Leidtragende sind immer die Tiere.

Also, wir sehen uns am Samstag. Bringt eure Freunde und Familie mit. Die Mahnwache ist angemeldet und somit völlig legal. Wir demonstrieren wütend aber gewaltfrei!

Verdrehen, vertuschen, lügen.

Was soll man noch sagen in diesen „postfaktischen“ Zeiten? Schon Jahre vor Trumps Lügenkampagne zeigte Plukon in Gudensberg, wie das geht. Im Dezember 2013 regte sich erheblicher Widerstand in der Bevölkerung gegen die Schlachthoferweiterung. Im Februar 2014 gab es dann die Großdemo mit über 600 Teilnehmern. Auch die überregionale Presse nahm Kenntnis.

Das war nun so gar nicht im Sinne des Bürgermeisters, der das ganze Projekt offenbar am liebsten geräuschlos abgewickelt hätte. Also musste schnell eine Redart gefunden werden. „Moderne Filteranlagen“ sollten in den Fokus gerückt werden.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung wurde mehr oder weniger aus Versehen im Nebensatz eine Zahl genannt, und damit war es raus: Plukon wollte seine Kapazität von täglich 125 to auf 250 to Schlachtgewicht verdoppeln. Und so geschah es.

160937669 -täuschen(1)Die Aussage des Konzerns selbst gegenüber der Presse war also von Anfang an eine reine Lüge. Wir zeigten das mit einer kleinen Collage auf unserer Facebookseite (siehe Foto).

Ebenfalls von Anfang an sagten wir: Plukon wird neue Ställe nach Nordhessen bringen. Dem wurde vom Geschäftsführer öffentlich widersprochen. Und? Schon im Herbst 2015 warb Plukon in Fritzlar um neue Vertragsmäster vor 130 Landwirten der Region. (HNA Artikel)

Wie wir wissen, haben sich einige Landwirte von den schönen Zahlenspielen verführen lassen. Rechnerisch sind allein wegen der Kapazitätserweiterung des Schlachthofs etwa 30 (dreißig!) neue Mastanlagen mit je 30.000 Tieren nötig.

Jeder einzelne Stall bringt nicht nur Tierleid (über 20 Hähnchen auf nur einem Quadratmeter der Stallfläche), sondern ist ein Puzzleteilchen für die Zerstörung unserer Landschaft und Natur. Mit bösen Folgen für die Menschen der Nachbarschaft und ganz Nordhessen.

Den (meisten) Gudensberger Stadtverordneten und ihrem Bürgermeister muss gesagt sein: Ihre kurzsichtigen Entscheidungen beeinflussen ganz Nordhessen. Ihre Tourismus-Werbung („Zu Gast in der Natur“) für den Chattengau wird zum Witz, denn mit stinkenden Ställen locken Sie ganz sicher keine Urlauber an. Doch ideologische Scheuklappen und auch Fehlentscheidungen vor der Plukonübernahme wegen der Köcher-Insolvenz haben Ihren Blick offenbar getrübt. Das schlimmste an Ihren Entscheidungen aber ist: Sie hätten es ganz sicher besser wissen können!

Der Stall vor meiner Tür – Nordhessen im Wandel

In über einjähriger Fleißarbeit haben Mitglieder der Bürgerinitiative Chattengau Stallanlagen im Schwalm-Eder-Kreis fotografisch dokumentiert. Ziel war zunächst eine Bestandsaufnahme. Es geht nicht darum, bäuerliche Betriebe in Misskredit zu bringen. Viele Höfe werden seit Generationen anständig bewirtschaftet.
17-59012-018_Handzettel_Ausstellung.inddFakt ist aber auch: U.a. durch den Geflügelgroßschlachthof in Gudensberg werden Landwirte weiterhin motiviert, neue Großställe zu bauen. Dies hat negative Folgen für den Landkreis: Umwelt und Natur werden belastet, Tiere nicht artgerecht gemästet und Menschen gesundheitlich gefährdet. Massentierhaltung hat zudem keine Zukunft: Immer mehr deutsches Fleisch geht ins Ausland. Doch die Märkte wackeln und sind instabil. China will z.B. seinen Fleischkonsum halbieren.

Die Ausstellung zeigt Details und Zusammenhänge der industriellen Tierhaltung:

  • Landschaftsveränderung durch Monokultur,
  • „Tierwohl“-Reklame und Wirklichkeit,
  • Gülle-Problematik,
  • globale Zusammenhänge,
  • die Märchen der Werbung aber auch alternative Haltungsformen.

Wir meinen: Nordhessische Landwirte dürfen nicht zum Spielball von oft internationalen Großinvestoren werden. Wir wollen keine industriellen Tierfabriken, sondern Landwirtschaft mit Zukunft!

Lesen Sie zum Thema bitte auch den nachfolgenden Beitrag „Fleisch für die Welt“?