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BI bei der Klimastreik-Demo in Kassel dabei

Da war reichlich was los in Kassel am Freitag. Fridays for Future rief auf zum Klimastreikt und 5.000 Menschen kamen! Da zeigte auch die BI Chattengau „Flagge“.

Unser Protest gegen Massentierhaltung war vielerorts in Nordhessen erfolgreich, gemeinsam mit der AGA-Nordhessen wurden Großmastanlagen an verschiedenen Standorten verhindert. Und das ist ein Gewinn für den Klimaschutz, denn die „Fleischproduktion“ verschlingt Ressourcen, vernichtet Regenwald durch Abholzung für die Gewinnung von Futtermittel-Anbauflächen und belastet Klima und Umwelt durch schädliche Emissionen.

Während die AGA schwerpunktmäßig in Frankenberg vertreten war, waren BI-Mitglieder in Kassel dabei.

Protest gegen Megaställe in Berlin

PM vom 7.9.2021:

„Mit Tiermasken verkleidete Demonstrant:innen fordern heute vor dem Bundestag: Bauernhöfe statt Tierfabriken! Vor der Bundestagswahl treten die Vertreter:innen des „Wir haben es satt!“-Bündnisses für eine zukunftsfähige Agrarpolitik ein. Konkret heißt das: Die nächste Bundesregierung muss die Abstockung der Tierzahlen bei gleichzeitigem Erhalt der Höfe voranbringen.“

Der Brand in Alt Tellin, wo Ende März knapp 60.000 Schweine starben, ist nur die Spitze des Eisbergs des brandgefährlichen Billigfleisch-Systems. In der aktuellen Legislaturperiode gab es bundesweit bei 27 Bränden in Großstallanlagen über 240.000 tote Tieren. Trotz der gravierenden Brand- und Tierschutz-Bedenken sind derzeit 2,5 Millionen zusätzliche Tierplätze in Megaställen geplant.

Diese Entwicklung steht nicht nur im krassen Widerspruch zum Tierschutz. Auch der vom Verfassungsgericht geforderte Klimaschutz und eine klimagerechte Ernährung lassen sich so nicht erreichen. Wissenschaftler:innen empfehlen eine Fleischreduktion von rund 70 Prozent, damit unsere Überlebensgrundlage auf dem Planeten gesichert wird.“

„Der Verbraucher kann sich freuen“

Diesen Unsinn schreiben tatsächlich einige Redakteure, ohne weiter nachzudenken. Es geht um die Milchpreise, Aldi senkt erneut die Preise für Milch. Jetzt unter 50 Cent. Dumm dabei ist nur, dass die Milchbauern ca. 40 Cent pro Liter brauchen, um überleben zu können, also wirtschaftlich zu arbeiten.

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Die Milch kommt von der Kuh. Und nicht aus der Aldi-Tüte.

Großmolkereien und Einzelhandelskonzerne nutzen die Überproduktion brutal aus und quetschen die Milchbauern aus. Die Lehre für Politik und Gesellschaft? Offenbar keine. „Wachsen statt Weichen“, das Mantra und der Glaubensgrundsatz der meisten Bauernverbände, erweisen sich wieder einmal überdeutlich als falscher Weg. Fakt ist: jahrelang wurde weit über den Bedarf hinaus produziert – für Märkte u.a. in Russland und China. Beide Märkte waren nicht stabil bzw. für Russland gibt es Handelsbeschränkungen. Wäre alles nicht so schlimm, doch reflexartig wird nach staatlicher Hilfe gerufen, wenn Bauern in ihrer Existenz bedroht sind.

Auch das ist zunächst verständlich, wenn dann endlich mal Vernunft einkehren würde. Tut es aber nicht. Am Ende zahlt der Steuerzahler die Zeche. Und subventioniert damit Aldi & Co., die mit Lockangeboten wie Billigmilch (und häufig auch Billigfleisch) Kunden in die Läden zieht. Dort verkaufen sie dann – übrigens mit satter Gewinnspanne – allen möglichen anderen Mist, den eigentlich kein Mensch wirklich braucht. Aber bei der Milch, da haben sie gespart, die Verbraucher. Toll.

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Nicht nur die Agrarpolitik, auch die Verbraucher bestimmen, wo es lang geht. Wenn das Billigfleisch in den Kühlregalen liegen bleibt, ändert sich was. Jeder kann was tun – und wenn es nur das „Nicht-Kaufen“ ist. 

Nur die Agrarindustrie wird so gefördert: Massentierhaltung, Futtermittelimporteure, Großmaschinenhersteller und natürlich die Chemieindustrie (Monsanto, Bayer u.a.). Es ist eine (un-) heilige Allianz mit starker Lobby, die in Berlin ein- und ausgeht nach Belieben. Verlierer sind eigentlich nur die Tiere, die in Riesenhallen eingepfercht sind. Die Umwelt, deren Boden und Luft verschmutzt wird. Ach ja, und der Verbraucher. Aber der kann sich ja angeblich freuen…