Die Grüne Woche in Berlin ist gewissermaßen ein Spiegelbild der Agrarwirtschaft – im Guten wie im Schlechten. Lobbyverbände und Unternehmen präsentieren Fortschritt und harmonische Vielfalt, immerhin zeigt auch die Bio-Branche wie es besser gehen könnte bzw. muss.
An einem Tag ruft ein breites Bündnis zum Protest auf. Wir-haben-es-satt besteht aus einem Trägerkreis mit beeindruckenden Namen: AbL, Brot für die Welt, BUND, Bioland, demeter, Deutsche Umwelthilfe, Fridays For Future, Greenpeace, misereor, NABU, OXFAM, PAN Germany, PROVIEH, SlowFood und viele andere sowie ein Unterstützerkreis sind dabei.

Haltung zeigen – Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft war das diesjährige Motto und traf damit den Kern unserer Forderung, die Abschaffung der Massentierhaltung. Denn die Probleme, die die industrielle Tierhaltung bekanntermaßen verursacht, können zwar aus gewinnorientiertem Denken kurzfristig ausgeblendet werden, doch auf Dauer wird es nicht helfen, ökologische Erfordernisse als grüne Spinnerei abzutun.
Jan Greve, Sprecher des Bündnisses, sprach es deutlich aus: „Die schwarz-rote Bundesregierung macht eine Agrarpolitik von vorgestern und gefährdet unsere Zukunft. Wir erinnern sie an ihre Verantwortung“. Auch Anne Hamester von Greenpeace war deutlich: „Während gesetzliche Standards bei Pestiziden, Überdüngung oder Gentechnik gesenkt werden, zementiert Minister Rainer mit seiner Politik die industrielle Fleischproduktion für den Weltmarkt. Er verschleppt und verwässert die staatliche Tierhaltungskennzeichnung und stampft das Förderprogramm für bessere Tierhaltung ein. Diese Politik ignoriert die Klimakrise und die Not der Höfe gleichermaßen. Wir fordern einen Kurswechsel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.“
Die BI Chattengau ist entstanden, weil mit dem Geflügelschlachthof in Gudensberg das Elend der Tiere direkt vor unserer Haustür stattfindet. Dabei geht es nicht um die polemischen Hinweise, billiges Fleisch sei ein Grundnahrungsmittel und die Leute wollten das halt nun mal so. Gerade das Letztere darf bezweifelt werden. Wer einmal einen Massentierstall von innen gesehen hat (und sei es nur in einem Video oder auf einem Foto), dem wird schnell der Appetit vergehen.
Über die Haltungsform ist viel geschrieben worden. Ein Faktenblatt unserer Dachorganisation, der AGA-Nordhessen, fasst das nochmal kurz und knapp zusammen. Natürlich müssten diese Zustände so nicht sein. Aber sowohl die Agrar- als auch die Lebensmittelindustrie tun alles dafür, damit die Menschen nicht nachdenken. Oder sie vernebeln Aussagen zur Tierhaltungsformen.
Die Redebeiträge und die vielen Menschen in Berlin haben wieder einmal gezeigt, dass Ernährung ein globales Thema ist. Ein Zukunftsthema noch dazu. Deshalb war es gut und wichtig, unseren kleinen Beitrag in Berlin zu leisten. Hier in der Region konnten wir Massentierställe verhindern. Durch Information, Aufklärung und Proteste.
Zivilgesellschaftliches Engagement ist wichtig, besonders in schweren Zeiten. Berlin hat uns gezeigt, wir sind nicht allein!
Impressionen aus Berlin











