Was wir wollen

Wir sind direkt betroffen. Die Folgen der Massentierhaltung werden wir spüren. Vor unserer Haustür.

Welche Möglichkeiten gibt es? „Augen zu und durch“ und im Hinterkopf Gewerbesteuereinnahmen ist sicher ein Holzweg, den manche Politiker bereits eingeschlagen haben. Doch es gibt noch Wendemöglichkeiten.

Das „Totschlagargument Arbeitsplätze“ darf nicht dafür herhalten, die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger spätestens mittelfristig negativ zu beeinträchtigen, die Lebensqualität der Stadt und der Region zu gefährden.

Wir wollen die bäuerliche Landwirtschaft erhalten, so wie sie hier seit Generationen Tradition hat. Das hat nichts mit Romantik zu tun. Es ist knallharte Realität, dass die kleineren Betriebe bei Subventionen benachteiligt werden und so die Agrarkonzerne immer mächtiger werden.

Wir wollen verhindern, dass die Agrarindustrie, also Investoren und letztlich anonyme Aktionäre und Finanzjongleure unser ganz konkretes Lebensumfeld bestimmen. Der Chattengau ist etwas Besonderes. Wir wissen, was wir haben an unserer Landschaft. Die Luft, die wir atmen, soll gesund sein und bleiben.

Wir haben auch etwas dagegen, dass die lebende Kreatur gequält wird. Egal, ob man nun Fleisch isst oder nicht. Es kann nicht gleichgültig lassen, dass 27 Hühner auf einer Fläche von einem Quadratmeter (also etwa der Fläche einer Duschwanne) in durchschnittlich 40 Tagen schlachtreif gemästet werden. Diese Qual macht die Tiere krank. Deshalb werden sie u.a. mit Antibiotika „vorsorglich behandelt“.  Unglaubliche 85 % aller in Deutschland verkauften Antibiotika landen in Tierställen.

Also, was tun? Letztlich kann es nur darum gehen, kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen. Hier sind auch wir als Verbraucher gefordert, die täglich beim Einkauf die Wahl treffen. Je mehr Menschen billige – eigentlich minderwertige – Ware in den Kühlregalen liegen lassen,  umso größer ist die Chance für regionale Vermarkter.

Doch unabhängig von unserer persönlichen Verantwortung kann und darf es nicht sein, dass Politiker mit Blick auf kurzfristige Ziele die Weichen für eine langfristige Entwicklung in die falsche Richtung stellen.