Verdrehen, vertuschen, lügen.

Was soll man noch sagen in diesen „postfaktischen“ Zeiten? Schon Jahre vor Trumps Lügenkampagne zeigte Plukon in Gudensberg, wie das geht. Im Dezember 2013 regte sich erheblicher Widerstand in der Bevölkerung gegen die Schlachthoferweiterung. Im Februar 2014 gab es dann die Großdemo mit über 600 Teilnehmern. Auch die überregionale Presse nahm Kenntnis.

Das war nun so gar nicht im Sinne des Bürgermeisters, der das ganze Projekt offenbar am liebsten geräuschlos abgewickelt hätte. Also musste schnell eine Redart gefunden werden. „Moderne Filteranlagen“ sollten in den Fokus gerückt werden.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung wurde mehr oder weniger aus Versehen im Nebensatz eine Zahl genannt, und damit war es raus: Plukon wollte seine Kapazität von täglich 125 to auf 250 to Schlachtgewicht verdoppeln. Und so geschah es.

160937669 -täuschen(1)Die Aussage des Konzerns selbst gegenüber der Presse war also von Anfang an eine reine Lüge. Wir zeigten das mit einer kleinen Collage auf unserer Facebookseite (siehe Foto).

Ebenfalls von Anfang an sagten wir: Plukon wird neue Ställe nach Nordhessen bringen. Dem wurde vom Geschäftsführer öffentlich widersprochen. Und? Schon im Herbst 2015 warb Plukon in Fritzlar um neue Vertragsmäster vor 130 Landwirten der Region. (HNA Artikel)

Wie wir wissen, haben sich einige Landwirte von den schönen Zahlenspielen verführen lassen. Rechnerisch sind allein wegen der Kapazitätserweiterung des Schlachthofs etwa 30 (dreißig!) neue Mastanlagen mit je 30.000 Tieren nötig.

Jeder einzelne Stall bringt nicht nur Tierleid (über 20 Hähnchen auf nur einem Quadratmeter der Stallfläche), sondern ist ein Puzzleteilchen für die Zerstörung unserer Landschaft und Natur. Mit bösen Folgen für die Menschen der Nachbarschaft und ganz Nordhessen.

Den (meisten) Gudensberger Stadtverordneten und ihrem Bürgermeister muss gesagt sein: Ihre kurzsichtigen Entscheidungen beeinflussen ganz Nordhessen. Ihre Tourismus-Werbung („Zu Gast in der Natur“) für den Chattengau wird zum Witz, denn mit stinkenden Ställen locken Sie ganz sicher keine Urlauber an. Doch ideologische Scheuklappen und auch Fehlentscheidungen vor der Plukonübernahme wegen der Köcher-Insolvenz haben Ihren Blick offenbar getrübt. Das schlimmste an Ihren Entscheidungen aber ist: Sie hätten es ganz sicher besser wissen können!