Riesenerfolg für unsere BI-Arbeit

Seit gestern Abend (29.1.2015) ist es quasi „amtlich“: Der Geflügelmäster M. Fuhrmann hat seine Pläne zur Verdreifachung seiner Mastkapazitäten vorerst gestoppt. Der Grund: Druck der Öffentlichkeit. Schon jetzt werden 50.000 Hähnchen in dem Massentierstall auf der Gemarkung Wabern-Zennern in 30 – 40 Tagen zur Schlachtreife gemästet. Weitere 100.000 Plätze wollte der Investor einrichten.

Bereits im Mai 2014 hatte unsere BI eine Mahnwache abgehalten, und hatte den Aufruf bewusst nicht breit propagiert. Unsere Sorge: Wir wollten Herrn Fuhrmann nicht an den Pranger stellen. Trotzdem kamen kurzfristig über 50 Teilnehmer, um direkt vor dem Stall zu demonstrieren. Die Zahlen: In Hessen gibt es bislang „nur“ 285.000 Mastplätze, weitere 100.000 bei Fuhrmann wären in diesem Zusammenhang eine gewaltige Steigerung gewesen.

Wichtig ist das Signal an Investoren, gerade auch im Chattengau. Jeden Tag ist etwas in der Presse zu lesen über die katastrophalen Auswirkungen der Massentierhaltung für Mensch, Natur und Umwelt. Wer also Tierquälerei schulterzuckend akzeptiert, hat dennoch gute Gründe, sich Gedanken zu machen. 40.000 Tote durch multiresistente Keime, das ist die Zahl, die im Moment in den Medien genannt wird. „MRSE und Massentierhaltung“ bei Google eingeben und staunen.

Wir haben es längst aufgegeben, jeden Beitrag im TV oder der Presse oder im Internet hier zu posten. Es sind einfach zu viele!

Unsere Botschaft an alle Investoren der Massentierhaltung ist: Wir leisten Widerstand gegen jeden Stall, in dem Tiere in qualvoller Enge unter schlimmsten Bedingungen gehalten werden. Die Öffentlichkeit ist aufmerksamer geworden, kritischer, wacher. Das Totschlagargument, der Verbraucher wolle nun mal billiges Fleisch, ist abgenutzt. Politiker und Bürger sind aufgerufen, Zeichen zu setzen. „Wer Tiere quält, wird nicht gewählt“. Das gilt auch und sogar besonders in der Lokalpolitik.

Verstecken hinter Verordnungen hilft nicht mehr. Farbe bekennen ist angesagt. Und nachdenken. Denn unser Motto ist einfach aber wahr: Wir wollen keine Tierfabriken, weil wir in die Zukunft blicken. 

Achtung Investoren: Wir sind da, und wir werden immer mehr. Im Chattengau wird nichts gebaut, was keine Zukunft hat. Kurzfristige Gewinne sind kein Grund, die Region zu verseuchen, Tiere zu quälen, verantwortungslos kaputt zu machen, was in Generationen aufgebaut wurde.

Immer mehr Landwirte wollen kein Spielball sein in einem globalisierten Wirtschaftssystem, für das nur Profit und Wachstum zählt.

Deshalb kämpfen wir auch für eine bäuerliche Landwirtschaft und werden jeden Landwirt unterstützen, der sich aus dem Teufelskreis der Massentierhaltung löst!