“Mon$anto is making us $ick”

Im Mai diesen Jahres protestierten Menschen weltweit in über 400 Städten gegen die Praktiken des Agrarkonzern Monsanto. Den wird sich die Bayer AG in Leverkusen nun für 66 Milliarden US-Dollar einverleiben und wird damit zum weltgrößten Agrarkonzern. Die Bayer AG wird übrigens zu über 30% von Blackrock gehalten, einem us-amerikanischen Investmentkonzern mit einer Bilanzsumme von über 4 Billionen US-Dollar (4 Billionen = 4.000 Milliarden = 4.000.000 Millionen $). Seit 1996 werden von Monsanto genmanipulierte Pflanzen vermarktet (Soja, Mais, Baumwolle), die gegen Glyphosat resistent sind, so dass auch nach der Aussaat noch gespritzt werden kann. Das massive Bienensterben wird u.a. auch auf Glyphosat zurückgeführt, weil es das Orientierungsverhalten der Bienen empfindlich stört.

Die große „Aufgabe der Welternährung“ sieht Bayer-Chef Werner Baumann im Hintergrund der größten Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Welch ein Zynismus: Letztlich geht es um die Macht der Lebensmittelerzeugung vom Acker bis auf den Teller des Verbrauchers. Ausführlich wird das beschrieben im Artikel von „Meine Landwirtschaft“ vom 15.9.2016.

Bekanntlich gibt es im Schwalm-Eder-Kreis ein Dorf, dass mit dem Widerstand gegen Monsantos Gen-Mais-Versuchen im Freiland sogar bundesweit für Aufsehen sorgte. In Wabern-Niedermöllrich sollte 2007 ein Freilandversuch starten, doch eine Bürgerinitiative verhinderte dies. Eine kurze Geschichte des Widerstands kann man in dem Bericht von 2008 lesen – ist immer noch / wieder aktuell.

Und was hat die Massentierhaltung mit dem Thema zu tun? Es ist leider so: wenn die Macht der Agrarkonzerne stetig wächst, wird der Verbraucher immer weiter entmündigt. Weltweit. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis zu 100% genmanipuliertes Tierfutter Auswirkungen haben wird, über die Nahrungsmittelkette, beim Verbraucher. Was tun? Widerstand und Protest zeigen: den örtlichen Politikern, in Diskussionsforen, unter Freunden und Bekannten, informieren, im Supermarkt Qualfleisch liegen lassen. Ein Konzernchef wie Herr Baumann von Bayer ist längst nicht mehr von dieser Welt. Er berauscht sich an Zahlen, an Macht, er will Geschichte schreiben.

Wir alle kennen dieses eine kleine Dorf in Gallien, das sich den Römern widersetzte. Noch näher liegt Niedermöllrich. Und noch näher liegt der Supermarkt vor unserer Tür…

Weitere Links:

Follow the Honey – not follow the Money.

Sogar die “Wirtschaftswoche” greift das Thema auf und berichtet über die europaweite Studie zum Bienensterben.

Sehr ausführlich und fundiert ist der Greenpeace-Report zum Thema „Bienensterben“.  (PDF)