Bedauerlich aber absehbar

Erwartungsgemäß hat die Gudensberger Stadtverordnetenversammlung (mit Ausnahme der Grünen und zwei SPD Abgeordneten) für die Bauleitplanung „Am Odenberg“ gestimmt und damit für eine Erweiterung des Schlachthofs. Es wurden die alten „Argumente“ vorgebracht:

Gewerbesteuer. Langsam würden wir mal gerne wissen, wie hoch der Betrag ist, denn Plukon hat als niederländischer Konzern viele Möglichkeiten, Gewinne abzuschreiben oder auch schlicht anderswo zu verbuchen. Fakt ist, Gewerbesteuer wird in den öffentlichen Diskussionen häufig völlig überbewertet und fließt weniger, als Glauben gemacht wird.

Arbeitsplätze. Es sind überwiegend schlecht bezahlte, gesundheitsschädigende Arbeitsplätze, sehr viele Leiharbeiter werden eingesetzt. Die katholische Kirche sprach schon mal von Lohnsklaverei in diesem Zusammenhang.

Man kann doch eh nichts ändern. Wenn wir nicht hier schlachten, dann wird es woanders getan. Es ist wirklich müßig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass irgendwo angefangen werden muss und dass – Gott sei dank – ein Wertewandel stattfindet.

Die Grünen, die einzigen offenen Gegner, haben angekündigt, Differenzen zwischen dem Aufstellungsbeschluss von 2009 und dem Offenlegungsbeschluss vom Oktober 2014 zu untersuchen. Das wäre natürlich toll, wenn so doch noch ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht werden könnte. Denn wir sind nach wie vor sicher: die Mehrheit der Gudensberger/innen will, seit sie informiert ist, diesen Schlachthof nicht.